Plattenstapel einer IBM 350
Die Entwicklung des Laufwerkes begann Anfang der 1950er Jahre in einem neuen Forschungszentrum von IBM in San José (Kalifornien) unter der Leitung von Reynold B. Johnson. Lochkarten
waren bis dahin noch Stand der Technik und Geschäftsgrundlage von IBM.
Die Anwender mussten sie jeweils aufgabengerecht umsortieren und dazu
häufig auf Tischen auslegen. Nach Alternativen suchte IBM erst, als der
schärfste Konkurrent Remington Rand die technisch führenden Hersteller von Trommelspeichern (ERA) und dem UNIVAC mit Magnetband (EMCC) aufkaufte. Das neue Team von IBM suchte eine Lösung, die kurze Zugriffszeit mit großer Speicherkapazität verband. Die Entscheidung zur Realisierung der Idee eines Plattenspeichers fiel im April 1953.
Eine IBM 350 ist 173 Zentimeter hoch, 152 Zentimeter breit und 74 Zentimeter tief. Sie fasst etwa 5 Millionen 6-Bit-Zeichen. Das sind umgerechnet 3,75 Megabytes. Sie enthält 50 Aluminiumplatten
von 61 Zentimeter Durchmesser (24 Zoll), die beidseitig magnetisierbar
mit Eisenoxid beschichtet und in Abständen von 8 mm auf eine Welle gestapelt sind. Der Plattenstapel rotiert mit 1200 Umdrehungen pro Minute. Zum
Speichern und Lesen von Daten werden zwei Arme mit Schreib- und
Leseköpfen vertikal zu den jeweiligen Platten und anschließend unter
oder über diese gefahren. Die Köpfe werden mit Druckluft auf Abstand zu
den Platten gehalten. Ein entsprechender Kompressor ist in der IBM 350 enthalten. Die
Zugriffszeit beträgt durchschnittlich 0,6 Sekunden. Dier
Leistungsaufnahme betrug knapp 2,5 Kilowatt .
IBM 350 wurden nicht verkauft, sondern für 650 US-Dollar pro Monat vermietet. Am 18. August 1969 wurden alle wieder vom Markt genommen.
Die Bauweise der IBM 350
Die IBM 350 war in etwa so groß wie moderne Industrie-Kühlschränke. Sie maß 1,73 m in der Höhe, 1,52 m in der Breite und 0,74 m in der Tiefe. In ihrem Inneren waren rund 50 Aluminiumplatten verbaut, die jeweils einen Durchmesser von rund 61 cm maßen. Zum Vergleich: Heutige Magnetplatten, die in HDDs verbaut sind, messen in der Regel nicht mehr als 6 cm im Durchmesser. Die Platten der IBM 350 waren beidseitig mit Eisenoxyd beschichtet, um eine magnetische Funktionsweise erst zu ermöglichen.
Teurer Speicherplatz
Von 1956 bis 1959 baute IBM nur 14 Modelle
der IBM 350, 1969 wurde das System gänzlich eingestellt. Doch kaufen
konnte man die gigantische Festplatte, auf deren Ausmaße und
Funktionsweise im weiteren Verlauf des Artikels näher eingegangen werden
wird, nicht. Der Speicherplatz konnte nur gemietet/geleast werden – und das zu sagenhaften Preisen.
650 Dollar musste ein Unternehmen pro Monat
berappen, um auf den Speicher zugreifen zu können. Nach heutiger
Rechnung läge der Preis bei ca. einer viertel Million Dollar pro Jahr –
eine Summe, die sich kaum noch jemand leisten könnte, bzw. heute auch
keiner mehr leisten wollte, angesichts der deutlich größeren (bzgl. des
Volumens, deutlich kleineren (angesichts der Bauweise) und deutlich
günstigeren Speichermedien. Nichtsdestotrotz erklärten sich in den
späten 50er- und 60er Jahren einige Unternehmen gerne dazu bereit, die innovative Technik
zu nutzen, war die IBM 350 schließlich die allererste Möglichkeit
überhaupt, Daten nicht sequenziell und somit auf bis dahin üblichen
Bandspeichern zu hinterlegen.
Die bis dahin genutzten Hauptspeicher bestanden aus Ferritkernen,
Bändern und Magnettrommeln, auf denen die Daten nur nacheinander, nicht
aber an einem beliebigen Speicherort abgelegt werden konnten. Das
Verfahren war recht träge, die Kapazität extrem beschränkt, die Bauweise noch größer
– die Motivation hinter der IBM 350 steckte unter anderem also darin,
dem Anwender die Möglichkeit zu bieten, auf kleinerem Platz mehr Volumen
und schnellere Verarbeitungszeiten bieten zu können. Genau das sind die
Motoren, die Festplatten-Hersteller auch heute noch antreiben.
Die Bauweise der IBM 350
Die IBM 350 war in etwa so groß wie moderne Industrie-Kühlschränke.
Sie maß 1,73 m in der Höhe, 1,52 m in der Breite und 0,74 m in der
Tiefe. In ihrem Inneren waren rund 50 Aluminiumplatten verbaut, die
jeweils einen Durchmesser von rund 61 cm maßen. Zum Vergleich: Heutige
Magnetplatten, die in HDDs
verbaut sind, messen in der Regel nicht mehr als 6 cm im Durchmesser.
Die Platten der IBM 350 waren beidseitig mit Eisenoxyd beschichtet, um
eine magnetische Funktionsweise erst zu ermöglichen.